Projekthintergrund
Unterwegs in der Modellregion Elektromobilität Sachsen
An der Förderung der Elektromobilität besteht sowohl seitens des Bundes als auch des Freistaates Sachsens ein hohes öffentliches Interesse. Sachsen repräsentiert mit den beiden größten Städten Dresden und Leipzig seit 2009 eine von 8 Modellregionen für das Zukunftsthema Elektromobilität. Entsprechend der Vielfalt der technologischen Lösungen und der Einsatzspektren wurden mehrere Projekte aufgelegt. Öffentlich gefördert werden unter anderem elektrisch angetriebene Hybridbusse.
Für die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH sind drei Projekte von herausragender Bedeutung:
• SaxHybrid – Serielle Hybridbusse mit partiell rein elektrischen Fahrbetrieb
• RegioHybrid – Hybridbusse für einen umweltfreundlichen Nahverkehr
• Trolley – promoting electric transport

Bei dem vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) geförderten Projekt SaxHybrid soll im Rahmen des Aufbaus eines umweltverträglichen Nahverkehrs auf der Basis der Elektromobilität in der Stadt Leipzig und Dresden der Einsatz von 20 hybridgetriebenen Niederflurgelenkbussen erfolgen, die schrittweise zu Bussen mit erhöhtem reinen elektrischen Fahrbetrieb umgerüstet werden könnten. Im Einsatz sind dazu messtechnische Potenziale zu erfassen, die statistisch signifikante Zusammenhänge hinsichtlich Einsatzprofil und Kraftstoffverbrauch abbilden. Aus deren Ergebnissen ist die einsatzspezifische Weiterentwicklung der Antriebsstränge zu nachladefähigen Hybridsystemen abzuleiten. Der Einsatz in Leipzig und Dresden soll nachweisen, dass auf unterschiedlichen Terrain und Linienprofil auch unterschiedliche Konfigurationen schnellladefähiger Hybridantriebe erforderlich sind. Übergeordnetes und langfristiges Ziel des Vorhabens „Serielle Hybrisbusse mit partiell rein elektrischem Fahrbetrieb“ ist der zukünftige Betrieb rein elektrisch angetriebener Busse, ohne dabei eine aufwendige Infrastruktur in Form von Fahrleitungen vorsehen zu müssen. Im Mittelpunkt steht eine praxisnahe, auf die in der Region vorhandenen Rahmenbedingungen abgestimmte Demonstration und Fahrzeugoptimierung. Hierbei gilt es die für die Einführung der Elektromobilität notwendigen Akteure (Verkehrsunternehmen, Fahrzeughersteller, Aufgabenträger des ÖPNV und Forschungseinrichtungen) dauerhaft zusammen zuführen. Damit werden die strategischen Ziele des Förderprogramms „Modellregion Elektromobilität“ hinsichtlich der verkehrswirtschaftlichen Energiestrategie von den Verkehrsunternehmen umgesetzt. Operativ wird das Ziel verfolgt, kurzfristige konjunkturelle Effekte auf regionaler und nationaler Ebene zu erwirken, mit dem langfristigen Ziel der Etablierung der Hybrid- und später Elektrobusse im deutschen und internationalen Verkehrsmarkt.
Auf dem Weg hin zu rein elektrisch angetriebenen Bussen ohne Fahrleitungen stellen serielle Hybridbusse einen wichtigen Zwischenschritt dar, da wichtige Antriebskomponenten vergleichbar sind und mit Hilfe der Hybridtechnik weiterentwickelt werden können. Linienbusse mit hybridem Antriebsstrang werden darüber hinaus in absehbarer Zukunft einen wichtigen Baustein in den Flotten städtischer Verkehrsunternehmen spielen, da sie aufgrund ihrer deutlich höheren Energieeffizienz die energetische Nachhaltigkeit des ÖPNV verbessern und somit einen Beitrag zum globalen und lokalen Umweltschutz leisten.
Die unmittelbaren Ziele des Vorhabens sind:
• der Erfahrungsgewinn beim Flotteneinsatz serieller Hybridbusse auf verschiedenen Linien,
• die objektive und unabhängige messtechnische Begleitung des Linieneinsatzes mit dem Schwerpunkt Kraftstoffverbrauch,
• die Generierung standardisierter Fahrtzyklen für Hybridbusse,
• die Erstellung von Fahrzeugsimulationsmodellen für die Ableitung von Einsatzempfehlungen für andere Linien,
• die Nutzung der Fahrzeugsimulationsmodelle für die Optimierung der einzusetzenden Fahrzeuge,
• ein Beitrag zum globalen und lokalen Umweltschutz,
• eine Stärkung des Modal-Split zu Gunsten der Verkehrsunternehmen durch höhere Energieeffizienz und Imageeffekte,
• die Herleitung von Vorgaben für den späteren Umbau der Fahrzeuge für den Nachladebetrieb sowie
• die Planung der Einsatztechnologie und Infrastruktur zur punktuellen Elektroenergiever-sorgung als Vorarbeit für den im Nachgang geplanten Feldversuch.
Das Vorhaben stellt einen wichtigen Baustein innerhalb des Innovationskonzeptes dar. Eine erfolgreiche Weiterführung des Projektes bzw. die Nutzung der wichtigsten Ergebnisse im Rahmen des Feldversuches ist gegeben. Gleiches gilt für die Optimierung und Weiterentwicklung der Hybridtechnik, sofern die Ergebnisse des Linieneinsatzes eine Fortführung der Entwicklung der Hybridbustechnik als sinnvoll erscheinen lassen.
Das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geförderte Projekt RegioHybrid ist der Beginn des Übergangs von konventionellen Dieselbussen zu elektrisch angetrieben Bussystemen.
Die beteiligten Unternehmen:
• Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH
• LeoBus GmbH
• Dresdner Verkehrsbetriebe AG
• Verkehrsgesellschaft Meißen mbH
• REGIOBUS Mittelsachen GmbH
• Verkehrsgesellschaft Döbeln mbH
• Verkehrsbetriebe Freiberg GmbH
• Satra Eberhardt GmbH
• Müller Busreisen GmbH
schließen sich in der Antragstellung zu einer Arbeitsgemeinschaft – ARGE RegioHybrid – zusammen. Die ARGE RegioHybrid stellt insgesamt 30 Hybridbusse in Betrieb, wovon die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH drei Gelenkbusse (18 m) der Firma Hess und die LeoBus GmbH fünf Solobusse (12 m) der Firma MAN erhalten. Der ARGE RegioHybrid ist es wichtig, die Fahrzeuge nicht nur im innerstädtischen Verkehr zum Einsatz zu bringen, sondern vor allem auch in Vorortverkehren, auf regionalen Verbindungen einzelner Siedlungsstrukturen und in Erholungs- sowie Landschafts-schutzgebieten einzusetzen.
Die intensive Diskussion um den Klimawandel und die Erkenntnis der absehbaren, knappheitsbedingten Verteuerung von Kraftstoffen müssen als Chance zur Gewinnung neuer Kunden im Zuge der nachweisbaren Systemvorteile des ÖPNV im Vergleich zum Individualverkehr verstanden werden. Die Unternehmen der ARGE RegioHybrid sind ökologisch orientierte Mobilitätsdienstleister und wollen die praxistaugliche Umweltinnovation Hybridantrieb durch einen breitenwirksamen Einsatz zum Durchbruch verhelfen. Das Förderprogramm „Hybridbusse für einen umweltfreundlichen ÖPNV“ bietet dafür die beste Ausgangsposition, um die Marktdurchdringung dieser Antriebstechnologie voranzutreiben.
In dem Projekt Trolley werden Entwicklungs- und Förderungsthemen für den elektrischen Stadtbus in unterschiedlichen Einzelprojekten in den Jahren 2010 bis 2013 bearbeitet. Im Rahmen der Projektarbeit erfolgt eine Vernetzung mit den Projekten SaxHxybrid und RegioHybrid. An dem Projekt sind sieben weitere Partner aus Ländern Mittel- und Osteuropas beteiligt. Es wird durch das Mitteleuropa – Programm durchgeführt und durch ERDF co-finanziert.
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