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LVB legen Nachhaltigkeitsbericht 2010 vor

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LVB legen Nachhaltigkeitsbericht 2010 vor

Veröffentlicht am: Dienstag, 09. November 2010

Zum Dritten: Nach 2006 und 2008 haben die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH Anfang November 2010 ihren dritten Nachhaltigkeitsbericht vorgestellt. Dessen Schwerpunkt liegt darin, die ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung des Unternehmens ganzheitlich und gleichberechtigt zu betrachten.

Nachhaltigkeitsbericht

Leipzig. Der rote Faden ist in dem Fall ein Puzzle: Mit den drei Puzzleteilen „"Sozial", „Umweltfreundlich" und „Wirtschaftlich" demonstrieren die LVB in ihrem dritten Nachhaltigkeitsbericht, wie wichtig der Unternehmensgruppe eine nachhaltige Entwicklung in sozialer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht ist. Gedruckt auf Recyclingpapier, vereint die 45-seitige Publikation wesentliche Zahlen, Daten und Fakten aus dem Geschäftsbericht, dem Sozial- und Personalbericht sowie der Umweltberichtserstattung der LVB. Mit jeweils acht Leitsätzen aus den drei miteinander verzahnten Bereichen, die mit aktuellen Beispielen belegt werden, dokumentieren die LVB damit 24 Maßnahmen zur Nachhaltigkeit, nach innen und nach außen.

Nach Wikipedia, der freien Enzyklopädie im Internet, bezeichnet Nachhaltigkeit bekanntlich eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der jetzigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, deren eigene Bedürfnisse zu befriedigen.


Leipziger Verkehrsbetriebe verfolgen das Prinzip der nachhaltigen Entwicklung

„Nachhaltigkeit ist für uns kein Thema, was nebenher läuft, sondern Unternehmensphilosophie. Die LVB haben in den vergangenen Jahren Nachhaltigkeit zur Managementstrategie entwickelt", sagt Peter Müller-Marschhausen. Er ist Geschäftsbereichsleiter Personal und Organisation bei den LVB und leitet die unternehmensinterne Arbeitsgruppe „Nachhaltige Entwicklung". Dieser gehören zehn Mitarbeiter aus der LVB-Unternehmensgruppe an.

„Inzwischen werden alle Entscheidungen, die die Geschäftsführung beschließt, zuvor auf ihre Effekte im Sinne der Nachhaltigkeit geprüft", so der LVB-Personalchef weiter. Wichtig sei dabei, dass sowohl die sozialen Auswirkungen als auch die ökologischen und wirtschaftlichen Effekte berücksichtigt würden: „Unser Denken und Handeln funktioniert dabei immer ganzheitlich."


Stärken und Schwächen zeigen, Ziele für die Zukunft benennen

Die LVB-Arbeitsgruppe „Nachhaltige Entwicklung" wurde 2005 gegründet, um den ersten Nachhaltigkeitsbericht vorzubereiten, der ein Jahr später erschien. „Die LVB waren mit ihrem ersten Nachhaltigkeitsbericht damals in einer Vorreiterrolle inmitten der Unternehmen des ÖPNV in Deutschland", sagt Annette Körner. Sie ist die Umweltschutzbeauftragte der LVB und arbeitet seit ihrer Anregung zur ersten Berichterstattung in der konzernweiten Arbeitsgruppe federführend mit. Mit dem aktuellen Bericht wird nun ein Überblick zu den Grundsätzen der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Verantwortung gegeben, die mit den Mitarbeitern diskutiert und durch die Unternehmen beschlossen wurden. Annette Körner: „Bei den dargestellten Maßnahmen wird deutlich, dass zwischen den drei Verantwortungsbereichen Querbeziehungen bestehen. Und um Potentiale am eigenen Arbeitsplatz zu erkennen, benötigen wir immer wieder auch den sprichwörtlichen Blick über den eigenen Tellerrand."

Der Nachhaltigkeitsbericht solle ehrlich Stärken dokumentieren, Probleme nicht aussparen, Ziele für die Zukunft benennen und eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens verdeutlichen, sagt Annette Körner und betont: „Der Nachhaltigkeitsbericht ist eine Kür, die wir aus eigenem Bestreben heraus machen. Die ausgewählten Daten und Fakten aus den drei einzelnen Bereichen sollen unsere Erfolge und Anforderungen im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung besonders treffend verdeutlichen."


24 Beispiele für 24 Leitsätze

Im vorliegenden 3. LVB-Nachhaltigkeitsbericht geschieht das durch 24 Leitsätze, die gemeinsam mit Führungskräften und Mitarbeitern der LVB-Gruppe formuliert wurden. Jeder Leitsatz wird mit einem Beispiel aus der LVB-Unternehmenspraxis untermauert. Und zwar immer anhand der Auswirkungen nach außen und innen.

Beispiele dafür:
„Sozial": Nach außen erhöhen die LVB ständig die Zugangsfreiheit der Bürger zum System LVB. Das betrifft nicht nur Fragen des Einstiegs in die Fahrzeuge, sondern auch bessere Informationen für die Fahrgäste (z. B. mehrfarbiges LED-Licht, barrierearme Internetseite). Nach innen stellen die LVB nach wie vor jedes Jahr ein Drittel ihrer Ausbildungsplätze für Hauptschüler zur Verfügung, die ansonsten nur schwer einen Ausbildungsplatz finden. Oder sie sorgen durch das neue, firmeneigene Gesundheitszentrum am Betriebshof Angerbrücke dafür, dass die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter immer hoch bleibt.

„Umweltfreundlich": Nach außen verstärken die LVB ihr Bemühen, immer sauberer unterwegs zu sein. Als Umweltpartner strebt das Unternehmen eine höhere Umweltentlastung an, zum Beispiel durch neue, auch alternative Fahrzeugkonzepte mit Hybrid- bzw. Elektroantrieben. Nach innen wurden in der Verwaltung seit 2009 nicht nur neue, umweltfreundliche Multifunktionsdrucker angeschafft, sondern im Nachgang auch der schrittweise Wechsel auf Recyclingpapier auf den Weg gebracht.

„Wirtschaftlich": Nach außen führten die LVB im Oktober 2010 das neue Busnetz ein, welches das ÖPNV-Angebot in Leipzig spürbar verbessern und damit eine stärkere, langfristige Kundenbindung erreichen soll. Externe Aufträge für die LVB-Tochter IFTEC, z. B. das Modernisieren von 50 Straßenbahnen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), sind nicht nur wirtschaftliche Erfolge, sondern sichern gleichzeitig Arbeitsplätze in Leipzig. Nach innen ist das Unternehmen dabei, das Standortkonzept der Betriebshöfe zu modernisieren, um damit die betriebliche Substanz zu erhalten.


Betrauung der LVB durch Stadt war eine „nachhaltige Entscheidung"

Wie die drei Bereiche im täglichen Leben „aus Prinzip nachhaltig" sowohl nach innen als auch nach außen wirken können, verdeutlicht Peter Müller-Marschhausen am Beispiel des „Mobilitäts-Service der LVB". Langzeitarbeitslose Menschen erhalten in diesem Projekt eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt - sowohl für einen Job bei den LVB als auch bei externen Firmen. Dabei sorgen sie durch ihre Servicetätigkeiten in den größtenteils umweltfreundlichen Bussen und Straßenbahnen dafür, dass die Kundenzufriedenheit und damit der unternehmerische Erfolg steigen.

Der größte Erfolg für die LVB, so Müller-Marschhausen, sei aber die Entscheidung des Leipziger Stadtrats gewesen, die LVB bis zum Jahr 2028 mit den ÖPNV-Leistungen zu betrauen: „Mit dieser nachhaltigen Entscheidung können wir unser Unternehmen langfristig im Sinne der Kunden weiterentwickeln und wichtige Investitionsentscheidungen treffen."


LVB sind Mitglied der internationalen „Charta für eine nachhaltige Entwicklung"

Die erwähnte Nachhaltigkeit aus Prinzip wollen die LVB dabei nicht nur national, sondern auch international deutlich machen. Deshalb unterzeichnete das Leipziger Unternehmen bereits 2005 auf dem Weltkongress des Internationalen Verbandes für öffentliches Verkehrswesen (UITP) die „Charta für eine nachhaltige Entwicklung". Vorangegangen war eine Überprüfung, ob die Arbeit der Leipziger den in der Charta niedergelegten Nachhaltigkeitskriterien und -zielen entspricht. Da man aber immer nur für zwei Jahre als Charta-Vollmitglied geführt wird, stellten sich die LVB inzwischen bereits zweimal erneut der Berichtspflicht, lieferten Zahlen und Einblicke in die Bilanzen. Das Ergebnis stimmt nicht nur die Umweltbeauftragte der LVB zufrieden: „Uns wurde die Mitgliedschaft zur Charta weiterhin bis 2012 zuerkannt."


LVB-Mitarbeiter sensibilisieren sich für das Thema

Das Thema Nachhaltigkeit hat inzwischen die gesamte LVB-Gruppe durchdrungen. Workshops mit Mitarbeitern, Schulungen für Führungskräfte dienen bei den LVB ebenso dazu die Materie zu vertiefen wie Beiträge in der Mitarbeiterzeitung. „Wir stellen fest, dass die Kollegen sehr sensibel mit der Problematik umgehen, ökologische, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen des eigenen Handelns zu überdenken", so Peter Müller-Marschhausen. Das fange an beim sparsamen Papierverbrauch und reiche bis hin zu Überlegungen, wie die Arbeit insgesamt effizienter gemacht werden könne, ohne Arbeitsplätze zu gefährden.


Bericht gibt es zum Herunterladen oder als CD-Rom

„Wir sind schon sehr weit bei dem Thema Nachhaltigkeit und wollen damit auch Ideengeber sein für andere Unternehmen", so LVB-Personalchef Müller-Marschhausen. Der Bericht sei für eine interessierte Öffentlichkeit geschrieben, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen möchte.

Erhältlich ist der Nahhaltigkeitsbericht als interaktive PDF-Präsentation auf deutsch und englisch auf der Internetseite der LVB unter www.lvb.de/wir_ueber_uns/publikationen oder demnächst als CD-Rom im Kundenzentrum der LVB in der Karl-Liebknecht-Straße 8.

SBu/ck

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