Vom Handschieber bis zum 12-Tonnen-Laster
Vom Handschieber bis zum 12-Tonnen-Laster
Die Flotte der Winterdienstfahrzeuge steht bereit, die Mitarbeiter kennen ihre Touren: Die Leipziger Servicebetriebe (LSB) GmbH sind auf den nahenden Winter gut vorbereitet. Bei einem Pressetermin präsentierte die LVB-Tochter den Fuhrpark und ihr Konzept, um die Behinderungen durch Eis und Schnee an den Haltestellen von Straßenbahn und Bus möglichst gering zu halten.
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In Reih und Glied: die LSB-Winterdienstflotte |
Leipzig. „Wir sind für alle Fälle gewappnet, der Winter kann kommen.“ Kai Rensmann ist Geschäftsführer der Leipziger Servicebetriebe (LSB) GmbH. Das LVB-Tochterunternehmen erfüllt im Auftrag der LVB den straßengebundenen Winterdienst. Am 17. November präsentierten die LSB den Medien ihren Fuhrpark, mit dem sie an Haltestellen von Straßenbahnen und Bussen sowie auf den sogenannten Busspuren räumen und streuen wollen. Vom Handschieber bis zum 12-Tonnen-Fahrzeug sei alles vorhanden, sagt Rensmann.
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LSB-Geschäftsführer Kai Rensmann (M.) erläutert die organisatorischen und technischen Vorkehrungen. |
Insgesamt stehen den LSB 21 Fahrzeuge zur Verfügung – vom Lastkraftwagen und Traktor mit Winterdienst-Ausrüstung über Multicar und Transporter bis hin zum kleinen City Ranger Egholm 2200. Das sind Geräteträger mit einem kompletten Anbaugeräteprogramm. Mit ihren Spezialgeräten sind sie wie geschaffen für verschiedene Einsatzmöglichkeiten: Vom Kehren und Saugen im Frühling, Rasenmähen und Kantenschneiden im Sommer bis hin zum Schneeräumen sowie Sand-, Splitt- und Salzstreuen im Winter.
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Neu im Kampf gegen Eis und Schnee: ein Egholm 2200 |
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Der Iveco-Laster wird in diesem Jahr fast ausschließlich für das Freihalten von Busspuren eingesetzt. |
Neben einem neuangeschafften Traktor und einem Egholm sind zum Fuhrpark auch zwei VW Caddys und der Multicar Fumo neu hinzugekommen, die jeweils gegen ältere Fahrzeuge ersetzt wurden. Dahinter steckt ein LSB-Prinzip: Alle drei bis fünf Jahre werden Fahrzeuge ausgetauscht. Rensmann: „Wir wollen, dass unsere Technik immer auf dem neuesten Stand ist.“ Der größtenteils geleaste LSB-Fuhrpark verschlingt monatliche Bereitstellungs- und Unterhaltungskosten von rund 20.000 Euro.
Diese Fahrzeuge setzen die LSB im Winterdienst für die LVB im Stadtgebiet Leipzig sowie in angrenzenden Gemarkungen wie Schkeuditz und Taucha ein. 21 Fahrzeuge bedeuten dann auch 21 festgelegte Touren, die 26 Mitarbeiter bewältigen. Sollte es operativ notwendig werden, stehen weitere 20 LSB-Mitarbeiter in Reserve bereit.
LSB-Leitstelle „CESAR“ ist 24 Stunden besetzt
Organisiert und gesteuert werden alle Touren und Einsätze aus der LSB-eigenen Leitstelle, die rund um die Uhr besetzt ist. Die Leitstelle heißt „CESAR“. Das ist die Abkürzung für „Centrale Einsatzsteuerung und Auftragsregie“. Hier sorgen Disponenten wie Susann Hildebrand und Peggy Schick dafür, dass alle Anfragen von Kunden zu Winterdienstgeschehnissen schnell und professionell behandelt werden. LSB-Kunden beim Winterdienst sind in erster Linie die drei LVV-Unternehmen LVB, Stadtwerke Leipzig (SW L) und Kommunale Wasserwerke Leipzig (KWL).
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Die Disponentinnen Susann Hildebrand (vorn) und Peggy Schick in der LSB-Leitstelle „CESAR“. |
Informationen zu den Touren und Routen bekommen die eingesetzten LSB-Mitarbeiter aus ihrer Leitstelle auf tragbare elektronische Mobilgeräte, die im Fahrzeug angebracht sind und über GPS ständig geortet werden können. Der Vorteil: Die Winterdienstler können im Bedarfsfall schnell auch „umgelenkt“ oder zu anderen Schwerpunkten geordert werden.
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Fahrzeugverantwortlicher Andreas Faroß demonstriert die mobilen Geräte, mit denen die Touren über GPS gesteuert werden können. |
„Viele Mitarbeiter kennen ihre Touren aus dem Effeff. Die wissen, worauf es im Ernstfall ankommt“, sagt Kathrin Kühnel. Sie ist die Einsatzleiterin Winterdienst bei den LSB. Sie berichtet, dass jeweils rund 100 Schneeschieber, Besen und Eimer parat stehen beziehungsweise auf den Winterdienstfahrzeugen deponiert sind. „Wenn die Kollegen mit den Fahrzeugen nicht weiterkommen, greifen sie natürlich auch zu diesen Hilfsmitteln“, so Kühnel.
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LSB-Einsatzleiterin Kathrin Kühnel (li.) und Andreas Faroß zeigen, wie schnell das Umrüsten eines Egholm zum Schneepflug funktioniert. |
450 Tonnen Streusalz liegen auf Vorrat
Neu in diesem Winter sind bei den LSB zwei Silos für die Salzbevorratung. Diese haben jeweils 26 Kubikmeter Fassungsvermögen. Damit können vor allem die kleinen Winterdienstfahrzeuge schneller wieder mit Streusalz befüllt werden. „Wir haben jetzt schon soviel Vorrat an Salz, wie wir im vergangenen Winter insgesamt gestreut haben“, so der LSB-Geschäftsführer. In Zahlen: 450 Tonnen.
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In den zwei neuen Silos können zusammen 52 Kubikmeter Streusalz gelagert werden. |
Wenn die großen Winterdienstfahrzeuge Salz nachfüllen müssen, geschieht dies beim LSB-Geschäftspartner Stadtreinigung Leipzig. Mit diesem städtischen Unternehmen pflegt die LVB-Tochter eine enge organisatorische Abstimmung. „Wenn es zum Ernstfall kommt, stimmen wir uns so viel wie möglich ab und helfen uns auch gegenseitig, wo es geht“, sagt Kai Rensmann.
LVB wollen dem nahenden Winter besser begegnen
Die LVB haben in den vergangenen Monaten intensive Vorbereitungen für den kommenden Winter in den Handlungsfeldern Organisation, Technik und Kommunikation getroffen.
„Wir können das Wetter nicht ändern, aber unsere Vorbereitungen auf den Winter verbessern aber schon, erklärte Ulf Middelberg, Sprecher der LVB-Geschäftsführung, vergangene Woche auf dem 5. LIF Leipziger Instandhaltungsforum.
Organisatorisch gehört dazu unter anderem eine neue Winter-Dienstordnung. Diese enthält sieben anstatt bislang drei Winterdienststufen und fixiert für alle Mitarbeiter Grundregeln für die Abläufe in besonderen Situationen. Anhand von speziellen Einsatzstufen gibt es Maßnahmepläne wie Sonderfahr- und Dienstpläne, Nachtschichten, um Strecken frei zu fahren, Verstärkung beim Service-Telefon und beim Winterdienst sowie Pläne, um die Versorgung der Mitarbeiter zu gewährleisten.
Auch technisch rüsten die LVB für den Winter auf: Im Dezember bekommt das Unternehmen von der IFTEC GmbH einen Schienenschneepflug geliefert. Beschafft wurden außerdem bereits Schneefangzäune, Streugut und Auftaumittel, aber auch Handgeräte wie Schneeschieber, Ladekabel für Handys und Arbeitsschutzbekleidung.
Ihre Bewährungsprobe im Winter sollen laut Ulf Middelberg auch die Verkehrsmeldungen der LVB bestehen. Seit Juli ist dieser Informationskanal für die Fahrgäste geöffnet. Die Verkehrsmeldungen kommen direkt aus der Leitstelle und informieren über Störungen im LVB-Liniennetz per Internet oder mobil per Handy.
Für die LVB-Internetseite wurden technische und inhaltliche Vorbereitungen getroffen, um auch bei weitreichenden Störungen immer die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen zu können – beispielsweise mit dem Zuschalten einer Notfallseite.
Auch an den Säulen mit Dynamischer Fahrgastinformation (DFI) wollen die Verkehrsbetriebe umfassender und zielgerichteter informieren.
Darüber hinaus sorgen die LVB dafür, dass auch an ausgewählten Haltestellen Mitarbeiter präsent sind, die den Fahrgästen für Informationen zur Verfügung stehen. An hochfrequentierten Haltestellen ohne Informationssystem werden die Fahrgäste von den Mitarbeitern des Mobilitäts-Service informiert.
Des Weiteren besteht die Möglichkeit für alle Fahrgäste mit einem internetfähigen Handy nicht nur auf die mobile Website (www.lvb.de/v), sondern auch auf die easy.GO-App zuzugreifen. Das Servicetelefon unter 19 449 wird ab Winterstufe 5 erheblich personell verstärkt.
Text: sbu/Catrin Kultscher
Fotos: sbu
Veröffentlicht am: Montag, 21. November 2011
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