„Interessenforum“ für Bauvorhaben KARLI startet mit erstem Informationsabend
„Interessenforum“ für Bauvorhaben KARLI startet mit erstem Informationsabend
Im ersten Quartal 2013 wollen die Stadt Leipzig und LVB mit dem Bauvorhaben Karl-Liebknecht-Straße (KARLI) zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Körnerstraße beginnen. Die Vorplanung liegt jetzt vor und sollen im nächsten Jahr durch die zuständigen Gremien bestätigt werden. Um Anwohner und Gewerbetreibende frühzeitig in das Projekt einzubinden, haben Stadt und LVB ein Interessenforum mit vielseitigen Informationskanälen ins Leben gerufen . Der Startschuss dafür fiel am 23. November mit einem Bürgerinformationsabend, weitere Veranstaltungen folgten am 1. Dezember.

Leipzig. Die Aula der Petrischule in der Paul-Gruner-Straße war gut gefüllt an diesem 23. November: Rund 150 Bürger und Gewerbetreibende waren der Einladung gefolgt, sich informieren zu lassen über das, was entlang der KARLI zwischen Leuschner-Platz und Südplatz an Um-, Neu- und Ausbauabschnitten ab Anfang 2013 geplant ist. Eingeladen hatten die Stadt Leipzig und die LVB. Die sehr frühzeitige Einbindung der Anwohner in das Projekt sei sehr bewusst gewählt worden, so Ulf Middelberg, Sprecher der LVB-Geschäftsführung: „Wir wollen die Bürger einbeziehen in die Planungen. Deshalb freuen wir uns über jeden, dem die künftige Gestaltung dieser Straße am Herzen liegt und zu diesen Veranstaltungen kommt.“
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Rund 150 Bürger waren in die Aula der Petrischule gekommen. |
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Auf dem Podium (v .r. n. l.): Ulf Middelberg und Ronald Juhrs (beide LVB), Martin zur Nedden und Torben Heinemann (beide Stadt Leipzig) sowie Dirk Sikora (LVB) |
„Mit der heutigen Informationsveranstaltung startet das Interessenforum für das Bauvorhaben KARLI“, sagte Gudula Kienemund. Gemeinsam mit ihrem Moderatorenkollegen Jörg Müller führte sie durch den Abend. Beide kommen von der Agentur Ideenquartier. Die ist mit der Umsetzung des Interessenforums beauftragt und hat ihren Sitz in der Leipziger Härtelstraße – und damit in unmittelbarer Nähe zur KARLI.
Interessiert, neugierig und gespannt folgten die Anwesenden zunächst den Ausführungen der Vertreter von Stadt und LVB über den ersten Planungsstand. „Dieser Vorentwurf gilt als Diskussionsgrundlage, wie die vielen Funktionen der KARLI sowohl für den Individualverkehr per pedes, mit Rad oder Auto als auch für den ÖPNV unter einen Hut gebracht werden können“, sagte Martin zur Nedden, Bürgermeister und Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bau. Man wolle gemeinsam das Konzept weiterentwickeln. „Eines ist uns auch klar: Kompromisse sind dabei notwendig.“ Über die Vision seien sich die Partner Stadt und LVB allerdings einig: Der Boulevardcharakter der KARLI soll wiederbelebt werden – bei gleichzeitiger Beibehaltung der besonderen Identität der Straße. „Wir wollen gemeinsam eine nachhaltige positive Entwicklung der KARLI“, so zur Nedden. Täglich rollen heute im Schnitt 14.000 Autos und etwa 400 Straßenbahnen mit über 30.000 Fahrgästen über die Straße.
Investitionen für neue Südmeile
„Es gibt dringenden Handlungsbedarf in diesem Bereich der KARLI, da die Fahrbahnqualität sehr schlecht ist“, machte Torben Heinemann aus dem Leipziger Verkehrs- und Tiefbauamt deutlich. Bei der über zehn Millionen Euro teuren Neugestaltung der Südmeile sollen deshalb ab 2013 unter anderem eine neue Haltestelle in Höhe der Härtelstraße, teilweise separierte Gleisanlagen und komplett durchgängige Radfahrstreifen entstehen. Im Detail sieht der vorgestellte Planungsentwurf folgendes vor:
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Alltägliches Bild im Bereich der jetzigen Haltestelle Hohe Str./LVB. |
Der Autoverkehr aus der Petersstraße soll nach rechts auf den Martin-Luther-Ring und künftig auch geradeaus in den Peterssteinweg fahren können. Zudem soll auch der Radverkehr geradeaus in den Peterssteinweg geführt werden. Radfahrer sollen auf beiden Seiten der Karli ein Radfahrstreifen bekommen. Zwischen Dimitroffstraße und Riemannstraße ist vorgesehen, den Straßenbahn- und Kfz-Verkehr auf einen gemeinsamen Fahrstreifen zu führen.
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Noch fahren die Straßenbahnen vorbei: Nach dem Umbau soll es hier eine neue Haltestelle geben. |
An der Kreuzung Härtelstraße/ Straße des 17. Juni (Bereich Münzgasse) ist der Bau einer behindertengerechten Haltestelle mit angehobener Radfahrbahn vorgesehen. Eine Ampelanlage sichert hier für Fußgänger die Querung des Peterssteinwegs. Die Möglichkeit zum Linksabbiegen in die Härtelstraße soll grundsätzlich erhalten bleiben. Nördlich der Kreuzung Riemannstraße wird ein Fußgängerübergang ergänzt.
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Zwischen Peterssteinweg und Riemannstraße |
Südlich der Kreuzung Riemannstraße bis zur Hohen Straße ist der Bau einer halbseitigen, separaten Straßenbahntrasse in Richtung Innenstadt geplant. Stadtauswärts werden Autoverkehr und Straßenbahn weiter auf einem gemeinsamen Fahrstreifen Platz finden. Auch in diesem Abschnitt sind beidseitige Radfahrstreifen vorgesehen. Zwischen den Straßenbäumen sind Flächen für das Parken und zur Anlieferung der Geschäfte geplant. Die Kreuzung Hohe Straße bekommt zudem eine Fußgängerampel.
Die jetzt vor dem LVB-Haus befindliche Haltestelle Hohe Str./LVB soll nach Süden hinter die Kreuzung Hohe Straße verschoben und in beiden Richtungen als überfahrbare Haltestelle behindertengerecht angelegt werden. Südlich der Kreuzung schließt sich die separate Bahntrasse direkt an die Haltestelle an. Der Auto-Verkehr wird dabei jeweils auf einem Fahrstreifen neben dem Radfahrstreifen geführt, im weiteren Verlauf werden die Straßenbäume mit zwischenliegenden Stellflächen neu geordnet bzw. gepflanzt.
Dirk Sikora, LVB-Geschäftsbereichsleiter Investitionen und Liegenschaften, sagte speziell zu den zwei neuen sowie verlegten Haltstellen: „Wir schlagen diese Neuordnung der Haltestellen vor, um gefährliche Bereiche zu beseitigen und insgesamt den Verkehrsfluss für alle Beteiligten zu verbessern. Ferner wird dadurch die Zahl der Ein- und Aussteiger in diesem Abschnitt der Karli ansteigen.“
In Höhe der Shakespearestraße ist die Einrichtung einer Ampel vorgesehen. Im Abschnitt Shakespearestraße bis Körnerstraße sollen künftig Autos und Straßenbahnen gemeinsam neben den beidseitigen Radfahrstreifen verkehren. Der Bestand an Bäumen wird bis zur Körnerstraße durch Neupflanzungen ergänzt, stadtauswärts sind weitere Stellflächen geplant. Am nördlichen Ende der Haltestelle Südplatz wird künftig eine komplette Fußgängerampel die Überquerung der Karl-Liebknecht-Straße erleichtern.
Diskussion von Gleisfeld bis Anlieferverkehr
Reif für die Komplettsanierung sei der ca. 1 Kilometer lange Straßenabschnitt schon lange, sagte Ronald Juhrs, LVB-Geschäftsführer Technik und Betrieb. „Die letzte grundlegende Sanierung hat die Straße 1974 erlebt.“ Damals wurden auch die Betonelemente verlegt, auf denen die Straßenbahnen heute noch rollen. Damit die Gleise überhaupt noch bis 2013 halten, musste hier eine Langsamfahrstrecke mit maximal zehn Stundenkilometern eingerichtet werden.
Punkte in der anschließenden Diskussion waren zum Beispiel das Thema „Gleise“, die künftige Gestaltung von Anlieferzonen für die Geschäfte, die Situation für Radfahrer in diesem Bereich der KARLI, mögliche Einbußen für Gewerbetreibende im Bereich Hohe Str./LVB durch die Verlegung der Haltestelle oder auch die Schaffung von neuen Parkplätzen entlang der Magistrale.
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Pro und Contra gab es in der Diskussion. |
Bürgermeister zur Nedden: „Wir nehmen alle Vorschläge auf“
„Wir werden alle Vorschläge aufnehmen“, versicherte zur Nedden. Das Bauvorhaben müsste allerdings am Ende auch den Verkehrsanforderungen und Förderrichtlinien entsprechen, sagte der Baubürgermeister. „Wir gehen ja deshalb bewusst mit den Plänen in die Diskussion, weil wir die Sichtweisen der Bewohner und der unterschiedlichen Interessengruppen mit einbeziehen wollen“, sagte Bürgermeister zur Nedden. Alle bisherigen Überlegungen sind Vorentwürfe, die noch verändert werden können. Bis zum 31. März 2012 nehmen sich Kommune und LVB nun Zeit für die Anregungen der Anwohner, erst danach soll der Entwurf präsentiert und in den politischen Gremien beschlossen werden.
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Das Interessengemenge der Fragesteller zeigt sich auf dieser Tafel. |
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Auch nach dem Ende der Veranstaltung wurde eifrig weiterdiskutiert. |
Um dabei die Interessen der Anlieger zu berücksichtigen, haben Stadt und LVB das erwähnte Interessenforum mit vier offenen Informationsveranstaltungen gestartet. Neben den Belangen der Anwohner und Gewerbetreibenden sollen dabei auch Fragen über Zeitraum und Umfang der baulichen Belastungen für alle Streckenabschnitte geklärt werden, sagte LVB-Geschäftsführer Ulf Middelberg. Allen beteiligten müsse aber schon vorher klar sein: „Belastungen sind nicht zu vermeiden, damit es am Ende für alle besser wird.“
Eine weitere Informationsveranstaltung folgt am 9. Dezember um 19 Uhr im Verdi-Saal des Volkshauses.
Fragen, Vorschläge und Anregungen können direkt an das Interessenforum gesandt werden.
Der Kontakt zum Interessenforum
E-Mail: karli@lvb.de
Per Post:
Interessenforum Bauvorhaben KARLI - für Anwohner und Gewerbe
Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH
Karl-Liebknecht-Straße 12
04107 Leipzig
Text: sbu/Catrin Kultscher
Fotos: sbu
Weitere Informationen über:
www.lvb.de/karli
Veröffentlicht am: Freitag, 02. Dezember 2011
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